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Fukushima Basics

September 21, 2011

Spiegel Online veröffentlichte einen unkritischen Artikel, in dem deutsche Studenten zu Wort kommen, die sich trotz der Kernschmelze in Fukushima in Japan sicher fühlen. Dazu mal ein paar Fakten:

Der Geologe Yukio Hayakawa hat an der Universität Tokyo 1.382 µSv/h gemessen. Das sind rund 12,10 mSv pro Jahr. Der Grenzwert in Deutschland liegt bei 1mSv pro Jahr. Hier sein Blog, für diejenigen, die Japanisch können.

Hinzu kommt die Gefahr, Radioaktivität durch Nahrung aufzunehmen. Radioaktives Rindfleisch und radioaktiver Tee waren bereits in den Handel gelangt und das dürfte nur die Spitze des Eisberges sein, denn die Bauern in Fukushima dürfen anscheinend weiterhin anbauen. Bauern, die sich Sorgen um ihr Land und ihre eigene Gesundheit machen, werden von den offiziellen Stellen abgewimmelt, wie ein Beitrag des ZDF zeigt. Ein Bauer, der von einem staatlichen Labor seine Kartoffeln auf Radioaktivität untersuchen lassen wollte, wurde unverrichteter Dinge nach Hause geschickt, mit der Begründung, er wohne ja nicht in der Sperrzone. Dabei entspricht diese Sperrzone keineswegs der tatsächlichen radioaktiven Verteilung. Radioaktivität breitet sich nun einmal nicht radial um ein Atomkraftwerk aus, sondern tritt eben dort auf, wo sie abregnet. Laut Professor Kodama gibt es daher innerhalb dieser Zone Orte, die weniger verstrahlt sind als Orte außerhalb dieser Zone. Doch diese einfache Erkenntnis spielt für die Behörden keine Rolle. Aus diesem Grund hat ein Bauer Bauer namens Ozawa seine Probe in einem Labor einer Bürgerinitiative messen lassen. Das Ergebnis: Die Lebensmittel sind ungenießbar und müssen wie jeder andere radioaktive Müll fachgerecht entsorgt werden.

Apropos fachgerechte Entsorgung: Da man nicht weiß, wohin man die radioaktive Erde bringen soll, vergräbt man sie einfach unter einer etwa 30 cm tiefen Schicht unbelasteter Erde. Unglücklicherweise macht man das so auch auf Schulhöfen, was ich für grob fahrlässig halte, da selbst schwache Radioaktivität für Kinder und Jugendliche, die noch im Wachstum begriffen sind, wesentlich gefährlicher ist als für Erwachsene. (SZ)

Radioaktiver Müll wird einfach verbrannt; radioaktive Partikel geraten so in die Atmosphäre und sorgen für eine weitere Verteilung der Radioaktivität. Dieses Verhalten ist schlichtweg unverantwortlich.

Der Wutausbruch von Professor Kodama angesichts dieser Umstände ist jetzt schon legendär. Bitte lest euch unbedingt seine Rede vor dem japanischen Unterhaus durch. Dieser Vortrag ist ein Zeugnis für die Unfähigkeit der japanischen Regierung.

Vor dem Bahnhof in Fukushima wurden übrigens über 30µSv/h gemessen, wie in diesem Video zu sehen ist (ab 4:15). Das sind 262 mSv pro Jahr!

Nichtsdestotrotz geht das Leben in Fukushima weiter. Daran wird auch dieser Keinohrhase erst einmal nichts ändern, der angeblich 7 km entfernt vom Reaktor in Fukushima geboren wurde.

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